Lebenskunst

Die Geschichte der Frau, die eine Lebenskünstlerin war.
Nie vergaß sie am Morgen eine Handvoll Bohnen einzustecken. Sie tat dies nicht etwa, um Bohnen zu kauen, sie nahm sie mit, um so die schönen Momente des Tages bewusster aufzunehmen und um diese besser zählen zu können. Jede positive Kleinigkeit, die sie tagsüber erlebte; z.B. einen fröhlichen Plausch auf der Straße, das Lachen ihres Kindes, ein köstliches Essen, einen schattigen Platz in der Mittagshitze.


 



 

Für alles, was die Sinne erfreute, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern. Manchmal waren es gleich zwei oder drei. Abends saß sie dann zuhause und zählte die Bohnen aus der linken Tasche. Sie zelebrierte diese Minuten. So führte sie sich vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war. Und erfreute sich. Und sogar an einem Abend, an dem sie bloß eine Bohne zählte, war der Tag gelungen — es hatte sich zu leben gelohnt.

 

Liebe Frau Haußmann, nochmals vielen Dank für die Einladung zu Ihrem Jubiläum.
Die kunstvolle Torte, fast zu schade um sie anzuschneiden hat mir besonders gut geschmeckt. Ein wahrer Augenschmaus und einfach meisterlich!
Danke auch für das kleine »Bohnensäckchen«, welches hier vor mir auf dem Tisch liegt. Eine Botschaft, die nachhaltig wirkt.
Ihre Ingrid Lohmann-Küppers